Ikonizität in der Sprache
TU-Berlin
Fach: Allgemeine Linguistik
Hausarbeit zum Hauptseminar: Kognitive Linguistik SS 2000
LV.: 0135L130
Dozent: Prof. Peter Erdmann
Eingereicht von: Ramiro Gómez
Titel:
Ikonizität in der Sprache
Inhalt
- Einleitung
- Grundannahmen der Semiotik
- Ikonizität in der Sprache
- Ikonizität in der Lautung
- Ikonizität in der Morphologie
- Ikonizität in der Syntax
- Schluss
- Literaurverzeichnis
Notationshinweise
- Ein * vor einem Satz gibt an, dass dieser Satz ungrammatikalisch ist.
- Ein * vor einem Wort zeigt an, dass es sich um eine rekonstruierte Form handelt.
- Ein ?vor einem Satz zeigt, dass dieser Satz nicht akzeptabel ist.
- Ein kursiv gedrucktes Wort zeigt an, dass eine Aussage über dieses Wort gemacht wird.
- Namen, z.B. die Namen von Autoren, im Text sind kursiv gedruckt.
- Die Titel von Dokumenten sind kursiv gedruckt.
- Ein Wort in "Anführungszeichen" zeigt an, dass eine Aussage über die Bedeutung des Wortes gemacht wird.
- Die Fußnoten weisen entweder auf die Quellen der Beispiele hin oder sind Kommentare zum Text.
Benutzte Abkürzungen
- d.h. = das heißt
- dt.= deutsch
- engl.= englisch
- frz. = französisch
- u.a. = unter anderem/ und andere
- usw. = und so weiter
- z.B. = zum Beispiel
Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in das Phänomen der sprachlichen Ikonizität zu liefern. Dabei werden Beispiele aus der Lautung, der Morphologie und der Syntax gegeben. Dieser Einblick kann natürlich nicht alle Formen der Ikonizität behandeln, sondern lediglich einige Aspekte nennen und diskutieren. Voraussetzung zum Verständnis des Begriffs Ikonizität sind semiotische Grundannahmen zum Zeichenbegriff und zur Einteilung der Zeichen. Zunächst sollen daher Begriffe wie Zeichen, Symbol, Index, Ikon, erläutert werden, um dann Formen der Ikonizität in den oben genannten Teilbereichen der Linguistik aufzuzeigen.
Grundannahmen der Semiotik
Sprache ist ein zeichenbasiertes Kommunikationssystem zwischen Menschen. Die Semiotik ist die Wissenschaft, die sich mit der systematischen Untersuchung von Zeichen befasst. Ein Zeichen ist etwas, das für etwas anderes steht und wahrnehmbar ist. In den Untersuchungsbereich der Semiotik fallen verbale und nonverbale Zeichensysteme sowohl menschlicher als auch tierischer Kommunikation. Die Linguistik kann daher als Teildisziplin der Semiotik angesehen werden.
Wie in allen Wissenschaftsdisziplinen gibt es natürlich auch in der Semiotik unterschiedliche Modelle und Vorstellungen. Ferdinand de Saussure, der Begründer der modernen Sprachwissenschaft, schlug das folgende zweistellige Zeichenmodell vor:
Abbildung 1:1
Für Saussure besteht ein Zeichen (frz. "signe") aus der Zeichenform (Lautbild) und dem Begriff. Die Zeichenform ist in Saussures Terminologie auch das Bezeichnende (frz. "signifiant") und der Begriff das Bezeichnete (frz. "signifié"). Diese beiden Seiten des Zeichens sind rein psychischer Natur und untrennbar miteinander verbunden, wie die zwei Seiten eines Blattes Papier. Sowohl das Lautbild als auch der Begriff können sich gegenseitig hervorrufen, in der Abbildung wird das durch die beiden Pfeile ausgedrückt.
Eine der wesentlichsten Eigenschaften des Zeichens in Saussures Theorie ist die der Arbitrarität, d.h. die Verbindung von Lautbild und Begriff ist nichts Naturgegebenes, sondern willkürlich und auf Konventionen innerhalb der Sprachgemeinschaft beruhend. Man kann also das Lautbild nicht aus dem Begriff ableiten und auch nicht den Begriff aus dem Lautbild. Diese These wird durch die unterschiedlichen Lautbilder verschiedner Sprachen für einen Begriff untermauert: dt. "Baum", engl. "tree", frz. "arbre" usw.
Der amerikanische Philosoph Charles Sanders Peirce hingegen entwickelte ein Zeichenmodell, dass aus drei Gliedern besteht:2
- Das Repräsentamen, der Zeichenträger im engeren Sinne. Der Zeichenträger kann z.B. ein konkretes Schallphänomen, ein geschriebenes Wort oder ein Verkehrsschild sein.
- Das Objekt (bzw. der Gegenstand) aus der realen Welt, auf das sich ein Zeichen bezieht.
- Der Interpretant, also die Bedeutung oder der Sinn, den ein Zeichen im Bewusstsein eines Zeichenbenutzers (Interpreten) hervorruft.
Die Auffassung eines dreistelligen Zeichenmodells tauchte in vielen nachfolgenden Theorien immer wieder auf. Verschiedene Varianten des Modells von Peirce wurden oft als semiotisches Dreieck dargestellt. In der folgenden Darstellung nach Eco3 wird dies deutlich. Außerdem wird gleichzeitig gezeigt, dass fast jede Theorie ihre eigene Terminologie hat.
Abbildung2:4
Dass diese terminologische Vielfalt durchaus zur Verwirrung der Leser beitragen kann, zeigt das folgende Zitat von Paddy Whannel: "Semiotics tells us things we already know in a language we will never understand."5
Im Gegensatz zu Saussures Modell beinhaltet das Modell von Peirce das Objekt in der realen Welt, auf das sich das Zeichen6 bezieht. Die Verbindungslinie zwischen Zeichen und Gegenstand ist gestrichelt, um zu zeigen, dass es nicht notwendigerweise einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Zeichen und Referenten (um noch einen weiteren Begriff zu nennen) geben muss. Peirce ist allerdings nicht der Überzeugung, dass alle Zeichen ausschließlich arbiträr sind. Peirce unterteilt die Verbindung vom Repräsentamen zum Objekt in drei verschiedene Relationen. Zeichenträger können in einer symbolischen, indexikalischen oder ikonischen Beziehung zum Objekt stehen. Dass diese Beziehungen sich nicht gegenseitig ausschließen müssen, wird an verschiedenen Beispielen gezeigt, die im Laufe dieser Arbeit besprochen werden.
Die Zeichen können also folgendermaßen unterteilt werden:
1. verweisende Zeichen/ Indizes/ Symptome:
Indizes stehen in einer direkten Beziehung zu ihrem
Objekt. Diese Beziehung kann physisch oder kausal sein, wie die
folgenden Beispiele zeigen:
- Rauch verweist auf Feuer, das Feuer verursacht den Rauch.
- Fieber ist ein Anzeichen für Krankheit, im medizinischen Bereich werden diese Anzeichen Symptome genannt.
- Ein rotes Gesicht kann ein Anzeichen für Scham sein oder auch die Folge eines zu ausgiebigen Sonnenbades.
Wie diese Beispiele zeigen, werden indexikalische Zeichen nicht unbedingt intentional produziert, sondern sind "unvermeidliche" Folgen bestimmter Ursachen, auf die sie gleichzeitig auch referieren.
2. abbildende Zeichen/ Ikons/ Ikonen:
Ikonische Zeichen stehen in einer
Ähnlichkeitsbeziehung zum Objekt. Diese Ähnlichkeit kann
z.B. visuell sein, wie es bei Fotografien der Fall ist. Fotos sind
allerdings keine 1:1-Abbildungen, da dreidimensionale Objekte in
eine zweidimensionale Ebene übertragen werden. Auch die
Interpretation eines Fotos verlangt also eine gewisse
Abstraktionsleistung. Ein gemaltes Portrait ist ebenfalls eine
ikonische Abbildung eines Objektes, hier ist der Abstraktionsgrad
normalerweise höher als bei einem Foto bzw. die
Ähnlichkeit zum Objekt ist geringer. Dies zeigt, dass
Ikonizität kein absolutes, sondern ein relatives Phänomen
ist, d.h. man kann verschiedene Grade von Ikonizität
annehmen.
3. konventionelle Zeichen/ Symbole:
Symbole weisen keinerlei Ähnlichkeit zum bezeichneten
Objekt auf. Symbole sind also arbiträr und rein
konventionell, d.h. sie müssen vom Zeichenbenutzer erlernt
werden. Viele Sprachzeichen stehen in einer symbolischen Beziehung
zum Objekt, das gilt z.B. auch für Zahlen und für
Nationalflaggen. Symbole verlangen die höchste
Abstraktionsleistung der drei genannten Zeichenarten, und sie sind
die konventionellsten Zeichen. In der menschlichen Sprache findet
man alle drei Zeichenarten vor, wobei die Symbole wohl am
häufigsten auftreten.
Im Folgenden soll nun die ikonische Beziehung vom Zeichen zum Objekt näher beleuchtet werden, wobei sich zeigen wird, dass auch ikonische Zeichen in bestimmtem Maße
Ikonizität in der Sprache
Seit Ferdinand de Saussure die These aufgestellt hat, dass das sprachliche Zeichen arbiträr ist, also auf Konventionen innerhalb der Sprachgemeinschaft beruht, sind viele Sprachforscher von der uneingeschränkten Richtigkeit dieser These ausgegangen. Dennoch gibt es viele sprachliche Elemente, die ikonischer Natur sind, d.h. das Bezeichnende (signifiant) weist Ähnlichkeiten zum Bezeichneten (signifié) auf. Die Beziehung der Ikonizität zwischen Zeichen und Objekt soll nun anhand verschiedener Beispiele aus den Bereichen Lautung, Morphologie und Syntax veranschaulicht und diskutiert werden.
Ikonizität in der Lautung (Phonetik/ Phonologie)
Die Lautlehre in der Sprachwissenschaft ist in die zwei Hauptbereiche Phonetik und Phonologie unterteilt. Die Phonetik befasst sich vornehmlich mit den physikalischen Eigenschaften der Sprachlaute, in das Untersuchungsgebiet fallen die Erzeugung, die Übertragung und die Rezeption der Sprachlaute. In der Phonologie hingegen werden die funktionalen Eigenschaften der Sprachlaute untersucht. Ein zentraler Begriff in der Phonologie ist der des Phonems. Ein Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit einer Sprache, d.h. ein Phonem hat für sich alleine stehend normalerweise7 keine Bedeutung. Die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten der Sprache sind aus linguistischer Sicht die Morpheme. Dennoch kann man einige Verbindungen zwischen Lautung und Bedeutung herstellen.
Als erstes werden hier oft Onomatopoetika (Lautmalereien) genannt, bei denen es sich um Lautkombinationen handelt, die das nachahmen, worauf sie referieren. Diese Lautmalereien werden für gewöhnlich nicht in der Alltagssprache benutzt, sondern in poetischen Texten oder z.B. in der Kindersprache. Im folgenden werden Nachahmungen des Bellens von Hunden aus verschiedenen Sprachen aufgeführt:8
| Albanian: ham ham / hum hum | Greek: gav |
| Arabic (Algeria): haw haw | Hebrew: haw haw (/hav hav) |
| Catalan: bup, bup | Hindi: bho:-bho: |
| Chinese (Mandarin): wang wang | Hungarian: vau-vau |
| Dutch: woef | Icelandic: voff |
| English: bow wow | Indonesian: gonggong |
| French: ouah ouah | Italian: bau bau |
| German: wau wau | Japanese: wanwan, kyankyan |
Zu diesen Beispielen muss man sagen, dass sie sicher nicht die einzigen für die jeweiligen Sprachen sind, so könnte man das Hundegebell im Deutschen sicher auch mit wuff wuff weidergeben. Manche dieser verschiedenen Nachahmungen weisen durchaus Ähnlichkeiten auf, so ist z.B. der Diphthong au/ow Bestandteil der deutschen, englischen, ungarischen und italienischen Lautmalereien. Andererseits lassen sich auch deutliche Unterschiede erkennen, man vergleiche das japanische kyankyan mit dem französischen ouah ouah. Das japanische Beispiel weist zwei Konsonanten (y ist lautlich eher ein Vokal) und das französische keinen (h ist ein Zeichen für die Dehnung des Vokals). Auch die Vokalqualitäten unterscheiden sich hier deutlich. Da es sich bei allen Beispielen um Nachahmungen handelt, sind die Zeichen ikonisch, trotzdem spielen auch bei diesen Zeichen Konventionen innerhalb der verschiedenen Sprachgemeinschaften eine Rolle.
Auch in ganz alltäglichen lexikalischen Einheiten lassen sich onomatopoetische Elemente finden. So kann man z.B. in den folgenden deutschen Verben, die Tätigkeiten bezeichnen, bei denen Geräusche entstehen, eine Ähnlichkeit zwischen den Lautungen der Wörter und den Geräuschen erkennen, auf die Bezug genommen wird:
- gurren, surren, knarren, summen, brummen, klappern, klopfen, klingeln, klirren,usw.
Dies sind allerdings eher Beispiele für einen geringen Grad an Ikonizität, da man nicht wirklich von Nachahmungen sprechen kann, und die Bedeutungen dieser Wörter für jemanden, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, sicher nicht ohne weiteres zu erkennen sind.
Es gibt noch weitere Formen der Ikonizität im Bereich der Lautung, speziell bei den Vokalen. In Wörtern, die kleine "Dinge" bezeichnen, sind oft hohe Vordervokale betont, und in Wörtern, die große "Dinge" bezeichnen, oft hintere und/oder offene Vokale. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen, zugleich sollen aber auch Gegenbeispiele gegeben werden, um diese Erscheinung zu relativieren:
Hohe vordere Vokale:
- little, bit, teeny, slim aber big (englisch)
- winzig, mini, niedrig, bisschen aber riesig, Hüne, dick (deutsch)
Hintere und/oder offene Vokale:
- vast, large, tall, huge aber small (englisch)
- groß, hoch, lang aber kurz, Gnom, schlank (deutsch)
Interessant sind hier auch die spanischen Diminutiv- und Augmentativsuffixe. Die Verkleinerungssuffixe: -ito, -cito, -ico, -cico, -illo, -cillo weisen einen betonten vorderen Vokal auf, wohingegen die Vergrößerungssuffixe: -ón, -azo, -ote9 einen hinteren bzw. offenen betonten Vokal haben. Beispiele für Diminutiva sind: pájaro (dt. "Vogel") => pajarito, pararico, pajarillo (dt. "kleiner Vogel" bzw. "Vögelchen"), und für Augmentativa: hombre (dt. "Mann") hombrón, hombrazo, hombrote (dt. "großer Mann"). Hier findet die These Bestätigung, dass hohe vordere Vokale oft in Wörtern vorkommen, die kleine Dinge bezeichnen und hintere bzw. offene (tiefe) Vokale oft in Wörtern, die große Dinge bezeichnen. Ein Grund hierfür könnte sein, dass hohe vordere Vokale heller klingen als hintere bzw. offene Vokale, und daher eher mit kleineren Dingen assoziiert werden, das ist allerdings nur eine Vermutung.
Auch im Bereich der Konsonanten lassen sich einige Übereinstimmungen in verschiedenen Sprachen finden, so haben viele Wörter für "Mutter" einen Nasal und viele Wörter für "Vater" einen oralen vorderen Konsonanten. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für 12 Sprachen aus teilweise unterschiedlichen Sprachfamilien, in denen dieses Muster erkennbar ist.
Tabelle 110
| Sprache | Sprachgebiet | "Mutter" | "Vater" |
| Dakota | USA | ena | ate |
| Nahuatl | Mexiko | naan | ta' |
| Tiv | Nigeria | ng | ter |
| Luo | Kenia, Tansania | mama | baba |
| Hebräisch | Israel, USA, Europa | ima, em | aba, av |
| Französisch | Frankreich u.a. | mère, mama | père, papa |
| Tamil | Indien, Sri Lanka, u.a. | ammaa | appa |
| Yucatec | Guatemala,Mexiko, u.a. | nan | tat |
| Grönländisch | Grönland u.a. | anaana(q) | ataataq |
| Deutsch | Deutschland u.a. | mutter, mama, mutti | vater, papa |
| Englisch | GB, USA u.a. | mother, ma, mom | father, dad, pa |
| Spanisch | Spanien u.a. | madre | padre |
Auch dieses Muster ist nicht universal, so ist z.B. das georgische Wort für "Vater" máma, und in einigen südostasiatischen Sprachen (z.B. Tamil, Telugu) bedeutet mama "Bruder der Mutter"11. Eine mögliche Erklärung dafür, dass die Bezeichnungen für "Mutter" oft einen labialen Nasal enthalten, lieferte Roman Jakobson (1960)12: Nachdem eine Mutter ihr Kind gestillt hat, gibt das zufriedene Kind ein Geräusch von sich, das ebenfalls einen labialen Nasal enthält. Die Bezeichnung für "Mutter" ahmt dieses Geräusch also in gewisser Weise nach. Diese Begründung erscheint mir recht willkürlich zu sein, was nicht heißen soll, dass sie falsch ist.
An dieser Stelle möchte ich noch auf eine Untersuchung von Wolfgang Köhler 192913 hinweisen. Köhler zeigte seinen Versuchspersonen folgende Abbildungen:
Abbildung 3:14
Danach forderte er die Versuchspersonen auf, den Abbildungen die Kunstwörter Maluma und Takete zuzuordnen. Dieser Test wurde auch von anderen Autoren mit Versuchspersonen aus verschiedenen Sprachgemeinschaften durchgeführt. Das Ergebnis war in jeder Untersuchung das gleiche. Fast jede Versuchsperson hat der runden Figur (hier links) das Kunstwort Maluma und der eckigen Figur (hier rechts) das Kunstwort Takete zugeordnet. Bemerkenswert an diesen Untersuchungen ist, dass die beiden Wörter, die in den jeweils untersuchten Sprachen keine Bedeutung haben, sprachübergreifend mit großer Übereinstimmung jeweils einer der Figuren zugeordnet wurden. Hier liegt also eine Beziehung zwischen den Lautungen der Kunstwörter und den Formen der Figuren vor, die wahrscheinlich ikonischer Natur ist.
Auch im Bereich der Prosodie15 lassen sich Beispiele für Ähnlichkeiten zwischen Form und Inhalt finden. Russische Verben mit freiem Akzent sind je nach Tempus stamm- oder suffixbetont. Das Verb sjede- (dt. "sitz-") hat die Vergangenheitsform sidéla (dt. "saß") und eine Gegenwartsform sizú (< *sid(e)jú) (dt. "sitzend sein")16. Die Form, die sich auf eine frühere Zeit bezieht, ist auch auf einer früheren Silbe betont, wogegen die Form, die sich auf eine spätere Zeit bezieht, auf einer späteren Silbe betont wird. Dieses Beispiel ist sicher nicht unproblematisch, da die heutige Form sizú lediglich zweisilbig ist, und die Form sidéla dreisilbig. Meiner Meinung nach ist es fraglich, ob dieser Vergleich zwischen zwei Formen mit unterschiedlichen Silbenzahlen angebracht ist, auch wenn die rekonstruierte Protoform *sid(e)jú dreisilbig gewesen sein könnte, und die Beobachtung dann zuträfe.
In der Tonsprache Bini17, die im Süden Nigerias gesprochen wird, haben Wörter mit den Bedeutungen: "hoch", "lang", "laut", oder "klar" einen einheitlichen hohen Ton und Wörter mit den Bedeutungen: "niedrig", "kurz", "schwach" oder "dumpf" einen einheitlichen tiefen Ton18. Im Kantonesischen hingegen wird ein hoher Ton mit "Kleinheit" in Verbindung gebracht, hier lässt sich also keine Übereinstimmung finden, daher erscheint mir dies kein gutes Beispiel für eine ikonische Beziehung zwischen Form und Inhalt zu sein.
Die bisher genannten Beispiele zeigen, dass es zweifelsohne bestimmte Muster ikonischer Beziehungen zwischen Lautung und referiertem Objekt gibt. Doch ist auch zu erkennen, dass sich viele Gegenbeispiele für diese Muster finden lassen. Die Beispiele unterscheiden sich auch in ihrem Ausmaß an Ikoniztät, man sieht deutlich, dass Konventionen immer eine mehr oder weniger gewichtige Rolle spielen. Es bedarf also sicher weiterer umfassender Untersuchungen zum Bereich der "Lautsymbolik"19, wenn man universale Muster für ikonische Beziehungen zwischen Lautungen und den referierten Objekten finden will.
Ikonizität in der Morphologie
Die Morphologie ist der Teilbereich der Sprachwissenschaft, der die Struktur und die Form von Wörtern untersucht. Die Hauptuntersuchungsbereiche der Morphologie sind die Wortbildung und die Flexion.
In der Wortbildung wird untersucht, wie durch die Kombination von Lexemen mit Affixen und/oder weiteren Lexemen neue Wörter gebildet werden20. Die gebräuchlichsten Wortbildungsverfahren sind die Derivation, die Komposition und die Konversion. Die Komposition ist insofern interessant, als dass Komposita häufig motiviert sind und daher nicht als rein arbiträre Sprachzeichen aufgefasst werden sollten. Das Kompositum Schreibtisch ist aus den Teilen schreib und tisch zusammengesetzt. Die Bedeutungen der Einzelteile sind nicht aus den Formen schreib und tisch ableitbar. Die Bedeutung des Kompositums Schreibtisch ("ein Tisch, an dem man schreibt"), hingegen ergibt sich aus der Zusammensetzung der Bedeutungen der Einzelteile. Hier handelt es sich also um einen motivierten Bildungsprozess, der zwar nicht ikonisch, aber auch nicht abiträr ist.
In der Flexionsmorphologie werden die systematischen Formveränderungen von Lexemen untersucht. Verschiedene Formen eines Lexems haben unterschiedliche grammatische Bedeutungen. Bei flektierbaren Wörtern gibt es unmarkierte Grundformen, bei Verben ist dies im Deutschen die Infinitivform, bei Nomen der Nominativ Singular und bei Adjektiven die unflektierte Positivform. Die jeweils anderen Formen sind markiert. Bei Nomen z.B. in Bezug auf Kasus und Numerus oder bei Verben in Bezug auf Tempus, Modus und Person21.
In der gesprochenen und geschriebenen Sprache sind markierte Formen oft länger als unmarkierte. Die Formen, die anderen gegenüber inhaltlich hervorgehoben sind, haben häufig mehr phonetische Substanz, d.h. sie sind auch lautlich hervorgehoben. Die morphologische Hervorhebung einer Form ist also auch eine semantische Hervorhebung, hier herrscht eine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen Form und Inhalt, also eine ikonische Beziehung. Dazu ein paar Beispiele:
- Pluralbilddung: house => houses
(englisch)
Haus => Häuser (deutsch)
aber maison => maisons (französisch - kein lautlicher Unterschied zwischen Singular und Plural) - Präteritum: walk => walked
(englisch)
aber ich gehe => ich ging (deutsch, 1.Pers., Sg.)22 - Komparation: big => bigger
(englisch)
groß => größer (deutsch)
grand => plus grande (französisch)
Weiterhin gibt es in der Sprache Tendenzen, dass mehr semantischer Inhalt mit einem Mehr an sprachlicher Form einhergeht. So ist zum Beispiel die Pluralform eines Substantivs meist länger als die Singularform. Mit der Pluralform werden mindestens zwei Einheiten bezeichnet mit der Singularform meist23 nur eine. Eine größere Menge von Entitäten in der Realität wird also sprachlich durch mehr Form kodiert. Auch das ist eine Form von Ikonizität. Im Deutschen, Englischen und in vielen anderen Sprachen wird der regelmäßige Plural durch Anhängen eines Pluralmorphems gebildet, z.B. Haus => Häus-er; house => house-s. Die Wortform nimmt also quantitativ zu.
Dies trifft auch auf Sprachen zu, die sich der Reduplikation als Mittel zur Pluralbildung bedienen. Ein Beispiel hierfür ist das Wort cow-cow24 mit der Bedeutung "Kühe" aus der afrikanischen Sprache Zulu. Im Indonesischen gibt es auch die Möglichkeit der Reduplikation zur Pluralbildung, sie ist allerdings nicht zwingend. Der Plural des Wortes rumah (dt. "Haus") kann durch Reduplikation gebildet werden, also rumah-rumah (dt. "Häuser"). Wird die Anzahl der Häuser aber durch ein Zahlwort bestimmt, sind Singular und Plural formgleich, z.B. satu rumah (dt. "ein haus"), dua rumah (dt. "zwei Häuser"). In diesem Fall ist die Pluralform also nicht länger als die Singularform. Hinzufügen kann man hier sicher auch noch, dass die Pluralform gleich bleibt, egal ob man nun 5 Häuser oder 50.000 Häuser bezeichnet. Die Menge der Entitäten in der Realität, auf die Bezug genommen wird, unterscheidet sich in diesem Fall enorm, was aber keinerlei Auswirkungen auf die Form des Nomens im Plural hat. Der Grad der Abbildhaftigkeit sollte also nicht überschätzt werden.
Was man am letzten Beispiel schon erkennen kann, ist, dass auch Zahlwörter einen gewissen Grad an Ikonizität aufweisen. Hier nimmt die Wortlänge bei größer werdenden Zahlen zu. Es gibt allerdings regelmäßige Einbrüche, was die Wortlänge betrifft. Das Wort neunhundertneunundneunzig ist z.B. deutlich länger als das Wort zehntausend, obwohl der Wert der Zahl 10.000 viel größer ist als der von 999. Dies kann man nicht nur im Deutschen sondern z.B. auch im Englischen, Französischen und Spanischen beobachten. Dass nun gerade die Potenzen bzw. Vielfachen von 10 vergleichsweise kurze Wortformen haben, hängt wohl mit dem dekadischen Zahlensystem zusammen, dass in diesen Sprachen verwendet wird.
Die Beispiele aus diesem Abschnitt zeigen, dass ein Mehr an inhaltlicher Quantität und auch die Hervorhebung des Inhalts häufig durch ein Mehr an sprachlicher Form realisiert werden. Man kann also eine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen Zeichen und Referenten erkennen, die ikonischer Natur ist. Dennoch gibt es auch hier eine Reihe von Ausnahmen, die uns den symbolischen Charakter der Sprache vor Augen führen.
Ikonizität in der Syntax
Die Syntax befasst sich mit den formalen Beziehungen zwischen Zeichen innerhalb eines Zeichensystems. Es wird untersucht wie einzelne Zeichen (z.B. Wörter) zu größeren komplexen Einheiten wie Phrasen und Sätzen zusammengefügt werden. Die Regeln für die Verkettung von Zeichen sind also von zentralem Interesse. In diesem Teil der Arbeit geht es darum, wie sich in der Kombination von Zeichen ikonische Beziehungen zum gesamten Äußerungsinhalt widerspiegeln können. Die Ikonizität ist in den folgenden Beispielen also nicht dem einzelnen Zeichen inhärent.
1. Das ikonische Abfolgeprinzip
Die zeitliche Abfolge von Ereignissen spiegelt sich häufig in der linearen Anordnung von sprachlichen Formen wider. Die Reihenfolge von Teilsätzen kann beispielsweise in einer ikonischen Beziehung zur Reihenfolge der realen Ereignisse stehen. Hierzu zwei Beispielsätze:
1a) Sie stieg in das Auto, machte die Tür zu
und fuhr los.
1b) ?Sie fuhr los, stieg in das Auto und machte die
Tür zu.
Satz 1a ist grammatikalisch korrekt und ohne weiteres semantisch interpretierbar, hier werden drei aufeinander folgende Handlungen in der tatsächlichen zeitlichen Abfolge wiedergegeben. Die Aneinanderreihung der Teilsätze in 1b ist hingegen nicht akzeptabel, da man nicht mit einem Auto losfahren kann, bevor man eingestiegen ist. Die sequentielle Abfolge von Sätzen muss zumindest in diesem Beispiel der realen Abfolge von Handlungen entsprechen, damit der Satz semantisch interpretierbar ist. In den beiden folgenden Sätzen schließt man die Abfolge der Ereignisse aus der Abfolge der Teilsätze.25
2a) Claudia heiratete und bekam ein Kind.
2b) Claudia bekam ein Kind und heiratete.
In Satz 2a heiratete Claudia und bekam danach das Kind, in Satz 2b ist die Reihenfolge umgekehrt.
Dass die Widerspiegelung der zeitlichen Abfolge von Ereignissen in der Verkettung von Zeichen nicht zwingend erforderlich ist, wird durch die nachfolgenden Beispiele verdeutlicht. Verwendet man anstelle der Konjunktion und, die für sich genommen keine Aussage über die zeitliche Abfolge macht, die temporalen Konjunktionen bevor und nachdem erhält man folgende Sätze:
3a) Claudia heiratete, bevor sie ein Kind
bekam. (ikonisch)
3b) Bevor sie ein Kind bekam, heiratete Claudia. (nicht
ikonisch)
3c) Nachdem Claudia geheiratet hatte, bekam sie ein Kind.
(ikonisch)
3d) Claudia bekam ein Kind, nachdem sie geheiratet hatte. (nicht
ikonisch)
Die Reihenfolge der Teilsätze ist in den Sätzen 3a und 3c ikonisch, da der erste Teilsatz dem ersten Ereignis entspricht, in den Sätzen 3b und 3d geben die jeweils ersten Teilsätze das zeitlich zweite Ereignis wieder, daher ist hier die Reihenfolge der Teilsätze nicht ikonisch.
Für viele Sprachen gilt auch, dass in Konditionalsätzen die Konditionalphrase vor der Folgerung (Konsequenz) steht. Diese syntaktische Sequenz spiegelt die Realität insofern wider, dass zuerst eine Bedingung da sein muss, bevor eine Konsequenz daraus gezogen werden kann.
4a) Wenn es regnet, fahre ich mit dem Bus.
(ikonisch)
4b) Ich fahre mit dem Bus, wenn es regnet. (nicht ikonisch)
Auch in der Stellung der Satzglieder Subjekt (S), Verb (V) und Objekt (O) lassen sich ikonische Beziehungen ausmachen. In den meisten Sprachen der Welt steht das Subjekt im unmarkierten26 Aussagesatz vor dem Objekt. Theoretisch sind sechs verschiedene Stellungen von S, V und O möglich, und zwar: SVO, SOV, VSO, OSV, OVS, VOS. Von diesen sechs Möglichkeiten sind die ersten drei die häufigsten27:
5a) SVO:
Der Anwalt schrieb den Brief. (deutsch)
The lawyer wrote the letter. (englisch)
5b) SOV:
(Er weiß, dass) der Anwalt den Brief schrieb. (deutsch)
*(He knows that) the lawyer the letter wrote. (englisch)
5c) VSO:
(Endlich) schrieb der Anwalt den Brief. (deutsch)
*Finally wrote the lawyer the letter. (englisch)
Im Deutschen sind u.a.28 die Wortstellungen SVO, SOV, VSO möglich. Die Stellung der Satzglieder hängt von der Satzkonstruktion ab. Die Versuche, diese Sätze direkt ins Englische zu übersetzen, scheitern bei den Beispielen 5b und 5c, da die Wortstellung im Englischen mit wenigen Ausnahmen fest ist29. Die Wortstellung SVO bildet die menschliche Strukturierung von Ereignissen am besten ab. Das Subjekt, dass meist das agierende Element ist, steht vor der Handlung/ Aktion des Subjekts, darauf folgt die Auswirkung dieser Handlung, die das Objekt betrifft, in diesem Sinn ist die Stellung SVO die ikonischste Wortstellung im transitiven Aussagesatz.
2. Das ikonische Abstandsprinzip
Dinge, die von uns als konzeptuell zusammengehörig empfunden werden, stehen in der sprachlichen Form oft auch nahe beieinander. Umgekehrt ist die Situation bei Dingen, die wir nicht als zusammengehörig empfinden, diese stehen sprachlich weiter voneinander entfernt, hierzu die folgenden Beispiele30:
6a) Rumpelstilzchen heiratet die Prinzessin.
6b) Rumpelstilzchen wird die Prinzessin heiraten.
6c) Rumpelstilzchen hofft, die Prinzessin zu heiraten.
6d) Rumpelstilzchen träumt davon, die Prinzessin zu
heiraten.
In 6a stehen das Subjekt Rumpelstilzchen, das Verb heiratet und das Objekt die Prinzessin in unmittelbarer Nachbarschaft. Die im Satz ausgedrückte Handlung findet statt. In 6b stehen Subjekt und Vollverb weiter voneinander entfernt, das Hilfsverb wird zeigt eine zukünftige Handlung an, die voraussichtlich vollzogen wird. In den Sätzen 6c und 6d wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Heirat stattfinden wird immer geringer, der Abstand zwischen Subjekt auf der einen Seite und Objekt und Verb auf der anderen Seite wird immer größer. Der Abstand zwischen den Satzgliedern bildet hier also ikonisch ab, wie real die Aussage erscheint, je realer bzw. wahrscheinlicher, desto näher stehen S, V und O beieinander.
In diesem Abschnitt wurde gezeigt, dass Ikonizität nicht nur dem einzelnen Zeichen inhärent sein kann, sondern auch in der Verkettung von Zeichen auftreten kann.
Schluss
Die in diesem Aufsatz genannten Beispiele für Ikonizität zeigen, dass dieser Beziehung zwischen Zeichen und Referenten durchaus Bedeutung beigemessen werden sollte, andererseits wurde auch deutlich, dass es sicher keine rein ikonischen Sprachzeichen gibt. Ikonizität kann sicher nicht als absolutes, sondern nur als relatives Phänomen angesehen werden. Sprachliche Zeichen können einen Grad an Ikonizität aufweisen, also in bestimmten Beziehungen ihren Referenten ähneln. Sprache verlangt jedoch immer eine gewisse Abstraktion von der Realität, auch wenn man versucht, diese so gut wie möglich nachzuahmen. Der Symbolcharakter ist ein ganz wesentlicher Aspekt der Sprache. Ohne Symbole wäre der Mensch nicht in der Lage, Dinge zu kommunizieren, die er kommunizieren kann, z.B. mittels Zeichen über Zeichen zu reden oder zu schreiben.
[1] Graphiken entnommen aus dem www-Dokument Kapitel 3: Semiotik (Wagner 1997/98).
[2] vgl. Sanders (1999)
[3] vgl. Eco (1977) S.30
[4] Graphik entnommen aus dem www-Dokument Kapitel 3: Semiotik (Wagner 1997/98).
[5] aus Sanders (1999) Introduction (http://www.aber.ac.uk/media/Documents/S4B/sem01.html)
[6] Im weiteren Verlauf der Arbeit benutze ich den Begriff Zeichen im Sinne von Zeichenträger.
[7] Im Deutschen gibt es einige Interjektionen, die nur aus einem Laut bestehen, z.B.: [i:] als Ausdruck des Ekels oder [o:] als Ausdruck des Erstaunens. Hier haben also Einzellaute auch eine spezifische Bedeutung. Da der Gebrauch von Interjektionen im alltäglichen Diskurs keine Seltenheit ist, sollte man sie meiner Meinung nach nicht übergehen.
[8] Diese Informationen sind aus dem www-Dokument: Sounds of the World's animals entnommen. Ich habe sie im englischen Original belassen, da ich davon ausgehe, dass sich die Transliterationen auf das englische Lautsystem beziehen. Über die Richtigkeit der Angaben kann ich nur sagen, dass sie für das Englische, Französische und das Deutsche wohl zutreffen, bei den anderen Sprachen gehe ich davon aus, dass das auch der Fall ist.
[9] Die weiblichen Formen enden alle auf -a.
[10] vgl. Crystal (1995) S.175, sowie S.438ff zu den Sprachgebieten, die von mir hinzugefügt wurden.
[11] siehe Crystal (1995) S.175
[12] vgl. Wescott (1971) S.422
[13] vgl. Hermann (1996)
[14] Diese Abbildung gehört zum www-Dokument von Theo Hermann. Die Quelladresse lautet: http://www.hogrefe.de/buch/online/kongress_40/abb1.gif. Ich habe die Graphik etwas verkleinert und den Text entfernt.
[15] Zur Prosodie gehören Merkmale wie, Tonhöhe, Lautstärke, Rhythmus und Sprechtempo.
[16] vgl. Wescott (1971) S.422, der Accent aigu ist das Zeichen für die betonte Silbe (bzw. den betonten Vokal).
[17] auch Edo genannt, und der Sprachfamilie Niger-Kongo zugehörig, siehe Crystal (1995) S.440.
[18] vgl. Wescott (1971) S.423
[19] Der Begriff Lautsymbolik erscheint an dieser Stelle etwas unglücklich, da hier der ikonische Charakter der Zeichen im Vordergrund steht.
[20] Dies trifft auf die Komposition und die Derivation zu. Die Konversion hingegen ist ein Wortbildungsverfahren, bei dem die Wortform nicht verändert wird. Im Englischen ist die Konversion ein recht verbreitetes Wortbildungsverfahren. Beispielsweise wurden aus den Verben smell, taste, walk die Nomen smell, taste, walk.
[21] Hier sind nicht alle grammatischen Kategorien aufgeführt, die durch Flexionsformen angezeigt werden können.
[22] Diese Form ist unregelmäßig und daher vielleicht kein ideales Gegenbeispiel, bei den regelmäßigen Vergangenheitsformen (z.B. kaufe => kaufte) sind diese länger als die Gegenwartsformen.
[23] In dem Satz: Ein Löwe ist ein Tier. wird auf die ganze Klasse der Löwen bezug genommen, obwohl das Substantiv Löwe im Singular steht. Dieser Satz kann aber auch folgendermaßen paraphrasiert werden: Löwen sind Tiere. Hier wird die Pluralform gewählt um die Klasse zu bezeichnen.
[24] vgl. Dirven; Radden (1999) S.12
[25] aus Dirven; Radden (1999) S.9.
[26] Ein Aussagesatz mit der, für die betrachtete Sprache, gebräuchlichsten Wortstellung gilt in der Syntax als unmarkierte Form. Markierte Formen sind z.B. die Negation oder die Frage.
[27] aus Dirven; Radden (1999) S.10
[28] Auch OVS ist möglich: Den Mann küsst die Frau (Topikalisierung des Objekts). Diese Konstruktion ist allerdings markiert
[29] Stehen z.B. einschränkende Adverbiale am Anfang eines englischen Satzes, dann rückt das finite Verb in die Position vor dem Subjekt, z.B.: Rarely have I seen such a huge building.
[30] aus Dirven; Radden (1999) S.11
Literaturverzeichnis
- Crystal, David (1995): Die Cambridge-Enzyklopädie der Sprache.. Frankfurt/ Main: Campus Verlag
- Chandler, Daniel (1999): Semiotics for
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www - Dokument vom 15.8.2000 (Titel: Semiotics for Beginners; Adresse: http://www.aber.ac.uk/media/Documents/S4B/semiotic.html) - Dirven, René; Radden, Günter (1999): "Die kognitive Grundlage der Sprache." In: Pörings, Ralf; Schmitz, Ulrich [Hrsg.]: Sprache und Sprachwissenschaft - Eine kognitiv orientierte Einführung.. Tübingen: Gunter Narr Verlag, S.1-23.
- Eco, Umberto (1977): Zeichen Einführung in einen Begriff und seine Geschichte.. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag
- Hermann, Theo (1996): Wolfgang Köhler
- Gedächtnisvorlesung Wissen und sprachliches
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www - Dokument vom 15.8.2000 (Titel: Kongressbericht DGPs 1996; Adresse: http://www.hogrefe.de/buch/online/kongress_40/2.htm) - Wescott, Roger W. (1971): "Linguistic Iconism." In: Language, 47/1971, S.416-428.
Nachschlagewerke
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Weitere Quellen
- Wagner, Karl Heinz (1997/98): Grundkurs
Sprachwissenschaft - Kapitel 3: Semiotik.
www - Dokument vom 10.5.2000 (Titel: Kapitel 3: Semiotik; Adresse:http://www.fb10.uni-bremen.de/linguistik/khwagner/grundkurs1/kapitel3.htm) - Sounds of the World's Animals: Dog.
www - Dokument vom 16.5.2000 (Titel: Sounds of the World's Animals: Dog; Adresse: http://www.georgetown.edu/cball/animals/dog.html)
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