JavaScript gehört ohne Frage zu den wichtigsten Web-Technologien. Laut einer Statistik vom 17. August 2010 des Internet-Dienstes BuiltWith wird JavaScript auf über 72% der Top-1-Millionen-Websites verwendet, die von dem Dienst untersucht werden.
Für Web-Frontend-Entwickler führt somit kein Weg an der Sprache vorbei und auch im Backend-Bereich wird der Einsatz von JavaScript durch Projekte wie CommonJS, node.js, oder Jaxer zu einer interessanten Alternative.
Shelley Powers deckt mit dem JavaScript Cookbook mit praxisnahen Beispielen und Anwendungen sehr viele Bereiche der JavaScript-Entwicklung ab. Nach der Vermittlung von Grundlagenwissen zur Arbeit mit Strings, regulären Ausdrücken, Kalenderdaten und Zeiten, mathematischen Berechnungen und Arrays in den ersten Kapiteln des Buches werden anspruchsvollere Themen wie Performance-Optimierung durch Memoisation, Debugging unter Verwendung von Breakpoints mit Firebug, Testing mit JsUnit, Erstellung von jQuery-Plugins und persistente Datenspeicherung behandelt.
Im letzten Kapitel geht die Autorin mit Rezepten zur Entwicklung von Browser-Erweiterungen, Desktop-Widgets, mobilen Anwendungen für iPhone, Android und BlackBerry mit PhoneGap und effizienten Desktop-Anwendungen mithilfe der Web Workers- und File-APIs über die klassische Web-Anwendungsentwicklung hinaus und zeigt wohin die Reise mit JavaScript noch gehen kann.
Wie man es aus Büchern der Cookbook-Reihe von O'Reilly kennt, besteht jedes Rezept aus einer Problemstellung, einer möglichen Lösung und der anschließenden Erläuterung der Lösung und Code-Beispiele.
Shelley Powers setzt in Ihrem Kochbuch auf moderene Technologien und verwendet in den Lösungen auch neue Sprach-Features aus ECMAScript 5 und HTML5. Ältere Web-Browser, wie Internet Explorer 6 und zum Teil auch Version 7 werden bewusst nicht unterstützt, wobei für den IE7 darauf hingewiesen oder Workarounds angeboten werden. Die Autorin schreibt dazu selbst:
Many major sites no longer support this far too old and too insecure browser, including Amazon, Google, YouTube, and Facebook. In addition, the workarounds necessary for IE6 are so well-known and so well-documented online, that I felt it wasn’t necessary to also include coverage in this book.
Auch wenn große Sites zunehmend auf die Unterstützung älter Browser verzichten, sind IE6 und IE7 immer noch bittere Realität für viele Entwickler und somit ist der praktische Einsatz vieler Beispiellösungen nicht ohne weiteres möglich.
Als Code-Kochbuch für den paktischen Einsatz ist das JavaScript Cookbook sicher nicht für jeden Entwickler gleichermaßen nützlich, bietet jedoch einen Blick über den Tellerrand hinaus und reichlich Inspiration.
Mehr zum auf Englisch erschienenen JavaScript Cookbook wie das komplette Inhaltsverzeichnis und den Beispiel-Code zum Download findet man über die Katalogseite bei O'Reilly, die mir das Buch für einen Review als eBook zur Verfügung gestellt haben.